Mein Schatten

Es ist völlig normal, dass im Leben nicht alles rosa sein kann. Es gibt zauberhafte, strahlende, zufriedene Momente und genauso gibt es dunkle, belastende, überfordernde Momente. Das ist bei jedem Menschen so, auch wenn es in den Medien meist anders dargestellt wird.

Warum ist es so, dass es die hellen und die dunklen Momente gibt? Weil wir in einer dualen Welt leben, in der es zu allem was existiert immer das Gegenteil gibt. Wir könnten eine bestimmte Erfahrung oder Wahrnehmung nicht machen, wenn es davon nicht auch das Gegenüber gibt. Wir wüssten nicht, was es ist, was es bedeutet, wenn es nichts anderes gibt.

In den letzten Wochen gehe ich auch wieder mal durch ein Tal, was ziemlich schattig und dunkel ist.

Aus einer neutraleren Perspektive betrachtet weiß ich, dass es im Grunde nichts schlechtes ist.
Es darf sich mir einiges zeigen, was ich heilen und loslassen darf. Es ist wie eine alte Schicht, die ich abstreifen darf. Ich häute mich gerade, wie die Schlange. Ich gehe durch diese Transformationsphase und darf gerade das verlieren, was mir nicht mehr gut tut, worüber ich hinausgewachsen bin.

Solch eine Schicht zu verlieren, kann sehr schmerzhaft sein. Früher habe ich immer nach anderen geschaut. Auf die Leute, die uns eine heile Welt verkaufen wollen, in der alles immer nur rosa ist. Und so dachte ich oft, dass ich all diese dunklen Wolken einfach wegschiebe, weil es mir in diesem Zusammenhang normaler erschien. Es wurde mir so vorgelebt.

Doch diese Menschen leben es nicht authentisch vor. Sie sind nicht echt, weil sie ihre Schatten verstecken. Warum auch immer. Vielleicht möchten sie nicht darüber sprechen, weil es ihnen z. B. zu persönlich ist. Für jemanden, der sich aber vielleicht noch nicht so lange auf dem eigenen bewussten Weg befindet, kann das ein ganz schwerer Ansatz sein. Falsche Glaubensmuster und Verhaltensweisen werden vermittelt.

Mir ist es wichtig in einem gewissen Rahmen auch die andere Seite zu zeigen. Echt zu sein. Meine Wahrheit auszusprechen, um anderen Mut zu machen und sie wissen zu lassen, dass sie nicht allein sind und vor allem, dass sie richtig sind, wie sie sind. Mit all ihren Facetten. Egal, ob hell oder dunkel. Alles gehört dazu.

Und genauso, darf ich mich in meinem Schattenseiten ausleben, wie ich bin und wie ich mich in diesen Momenten fühle, ohne mich in eine spirituelle Schublade stecken zu lassen.

Und so darf ich annehmen, dass ich wütend sein darf, dass ich aus meinem Vertrauen fallen darf, dass ich an allem zweifeln darf, dass ich traurig sein darf, dass ich keinen Sinn mehr finden darf, in dem was ich tue und vor allem in dem, was gerade geschieht. Ich darf all das zulassen, was mich beschäftigt und was sich zeigen will. Es darf da sein!

Wichtig für mich ist es mir bewusst zu machen, dass es immer eine Phase ist, die vorbeigeht.
Dass ich es aushalten kann und werde.
Dass ich gut für mich sorge und auf mich aufpasse.
Dass bald alles wieder viel mehr Sinn macht.
Dass ich in mein Vertrauen und in mein Herz zurückfinden werde.
Dass es wieder leichter werden darf.
Dass mein Licht hinter meinem Schatten auf mich wartet.

Ich gehe durch meinen Schatten, ohne etwas festzuhalten. Ich gehe einfach weiter. Ich lasse los und lasse das Universum und mein Leben, meine Seele wirken, dass sich alles findet und alles so kommt, wie es soll.

 

 

 

 

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